Ich glotz TV: 13 Reasons Why

Es gibt nicht viele Serien die ich durchhalte. Meistens habe ich nach ein paar Folgen keine Lust mehr – die Warterei nervt, plots wiederholen sich, es kostet so unfassbar viel Zeit. Aber manchmal… Manchmal fange ich eine Serie an und es macht Klick. Bisher konnte ich diese an einer Hand abzählen, nun kam Nr. 6 hinzu: 13 Reasons Why (zu Deutsch: „Tote Mädchen lügen nicht.“)



Die Miniserie – bisher eine Staffel – beschäftigt sich mit dem Selbstmord der Schülerin Hannah Baker, die ihr Gründe für den Freitod auf 13 Kasseten-Seiten (1 Grund pro Seite) aufgenommen und an ihre Mitschüler vererbt hat. Die Produktion von Netflix basiert dabei auf dem gleichnamigen Roman von Jay Asher.

Als Clay Jensen aus der Schule nach Hause kommt, findet er ein Päckchen mit Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder, drückt auf »Play« – und hört die Stimme von Hannah Baker. Hannah, seine ehemalige Mitschülerin. Hannah, für die er heimlich schwärmte. Hannah, die tot ist. Mit ihrer Stimme im Ohr wandert Clay durch die Nacht, und was er hört, lässt ihm den Atem stocken. Dreizehn Gründe haben zu ihrem Tod geführt, dreizehn Personen hatten ihren Anteil daran. Clay ist einer davon …

In den Feuilletons kam die Serie und ihre Darstellung von Themen wie Mobbing, Gewalt, sexuelle Belästigung, Vergewaltigung und letztlich Selbstmord sehr gut an. Gesundheitsorganisationen und Psychologen in den Vereinigten Staaten hingegen gaben Warnungen aus – an Jugendliche und deren Eltern – da diese vorhandene Probleme verstärken und triggern könnte. Es gab sogar Sorgen, dass die Geschichte von Hannah Baker andere Mädchen dazu bringen könnte, es ihr gleichzutun. An mehreren kanadischen Schulen wurde die Fernsehserie daraufhin verboten; in Neuseeland dürfen Minderjährige, nach einem Beschluss der nationalen Behörden, die Serie nur im Beisein eines Erziehungsberechtigten sehen.

Nun kann ich selbst nicht für Betroffene sprechen, aber ich fand die Geschichte und Aufarbeitung von Hannah Baker spannend, bewegend, aber in Teilen auch etwas überzogen – was letztelendes aber auch die nötige Distanz zur Geschichte förderte.

Es ist sicher keine Serie die ich Kindern oder Jugendlichen empfehlen würde – da gibt es passenderes. Für (junge) Erwachsene ist es aber durchaus ein gutes und wertvolles Programm über ein sehr wichtiges Thema. Eine Begleitung des Buches mit Filmmaterial in der Schule würde wohl auch die Sorgen der Jugendschützer nehmen können.

Fotoquelle: Buchcover Tote Mädchen lügen nicht – Filmausgabe, cbt Verlag